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„Mankind's first musical performance
 
couldn't have been anything other than a
 
free improvisation.“

-- Derek Bailey, improvising guitarist, 1930 – 2005

            


 

5. freejazzfestival saarbrücken, 3. bis 7. april 2019:

 

celebrating the 80th birthday of

Charles Gayle, Trevor Watts & Joe McPhee

 
 
prolog, mi., 3. april '19, 19:00 uhr:

 

kino 8 1/2

 

 

- Konzert:  > degrees above <

4 Spieler, 10 Instrumente von Sopraninosaxophon bis Kontrabassklarinette, sozusagen die Wiedergeburt des Saxophonquartetts mit deutlich erweiterten Mitteln; kammermusikalische freie Improvisation der 4 Musiker unter Einbeziehung von Spieltechniken der neuen Musik mit tiefen Wurzeln im zeitgenössischen Jazz.

 

Nils Fischer - baritonsaxophon, bassklarinette, kontrabassklarinette

Hartmut Oßwald - tenorsaxophon, bassklarinette

Frank Paul Schubert - sopran- und altsaxophon

Andreas Krennerich - sopranino, sopran- und baritonsaxophon

 

 

 

Nils Fischer (*1988 in Gelsenkirchen) ist Saxophonist und Bassklarinettist mit einer Vorliebe für tiefe Instrumente. 2008 zieht es ihn zum Musikstudium nach Luzern. Besonders Urs Leimgruber, John Voirol, Reto Suhner und Frank Möbus hinterlassen wichtige Spuren in seiner musikalischen Ausbildung. Seine Working Band „The Great Harry Hillman“ spielt seit 2009 wachsende Tourneen durch Europa. Im Frühjahr 2015 gewinnt das Quartett den „ZKB – Jazzpreis“ im Moods (ZH). Nils Fischer ist Sideman u.a. bei „Laurent Méteau’s Metabolism“, „Zurich Jazz Orchestra“, „Marena Whitcher’s Shady Midnight Orchestra“, „Lukas Brügger Jazz Orchestra“, „Blaer“, „Elisa Day“ und „Raphael Jost and lots of horns“.

 

 

 

 

Hartmut Oßwald (*1964 in Rosenheim), lebhaft in Saabrücken, arbeitet seit den 90iger Jahren als freischaffender Musiker und Lehrer für Saxophon und Bassklarinette. Er spielt in zahlreichen Formationen des “internationalen Free_Jazz_Rock_Pop”, freier Improvisationsmusik, Neuer Musik, sowie Musik im Kontext von Literatur, Theater und Performance und hat bereits mit vielen renommierten Improvisationsmusikern wie Paul Lovens, Alex v. Schlippenbach, Evan Parker, Thomas Ulrich, Rudi Mahall, Jan Klare und Olaf Rupp zusammengearbeitet. Aktuelle Gruppen sind u.a. Quatre Marteaux, PHASE IV, Christof Thewes Quartet, Little Big Band, Undertone Project, AUTOCHTHON und Hydropuls.

 
 
 

 

  

Frank Paul Schubert (*1965 in Neuss) ist Saxophonist in den Bereichen Improvisierte Musik und Zeitgenössischer Jazz. Er lebt seit 1999 in Berlinund arbeitet(e) regelmäßig mit Johannes Bauer (gest. 2016), Willi Kellers, Andreas Willers, Olaf Rupp, Paul Rogers, Matthias Müller, John Edwards, Mark Sanders, Paul Dunmall, Alexander von Schlippenbach, Günter Baby Sommer, Clayton Thomas, Uwe Oberg, Rudi Fischerlehner und vielen mehr. Aktuelle Gruppen sind GRID MESH, FOILS, ROPE, FABRIC, Willi Kellers Quartett, Rocket No. 9 u.a.

 

 

 

 

Andreas Krennerich (*1963) absolvierte sein Saxophonstudium und lebt in Stuttgart. Er spielt improvisierte und komponierte Muzsik und arbeitet mit KünstlerInnen aus anderen Kunstbereichen wie Literatur/Sprache, Tanz, Performance und bildender Kunst zusammen. Aktuelle Ensembles sind ua. PLASMA 8, heartbeat, monkolog16, poetry & sax, Little Big Band sowie Trios mit Boris Kischkat und Peter Perfido und mit Anna Mandel und Andrew Levine. Er ist Mitinitiator des Stuttgarter Saxophonfestivals und von nu ART, Plattform für improvisierte Kunst.

 

 

 

<deegrees above> recorded live in Germersheim, 25. 11. 2018:

 

- Freejazzliveperformance

zu Filmausschnitten von Godzilla:

Christof Thewes - posaune, Luciano Pagliarini - saxophon

& the members of the Nu-Band as Special Guests

       

Der Posaunist Christof Thewes (* 1964 in Quierschied, D) bereichtert als Lokalmatador seit Jahrzehnten mit unzähligen Formationen die zeitgenössische Musikszene. Internationale Bekanntheit erlangte er v.a. durch seine Mitgliedschaft im Globe Unity Orchestra, in der Workshopband von Uli Gumpert sowie in Bands wie "Squakk", "Die Enttäuschung", "Grid Mesh" und "Ruf der Heimat".

Luciano Pagliarini (* 1957, Differdange, Luxemburg) entdeckte seine Passion für den Jazz mit 15 Jahren durch die Musik von Charlie Parker. Seit 1982 ist er Profimusiker im Milieu der Bigbands, des Theaters und der Variétés. 1995 gründet er die "Brigades d' Intervention Musicale", mit denen er durch ganz Europa tourte. Er machte Aufnahmen mit Joe McPhee, Michel Pilz, Dieter Manderscheid, Ekkehard Jost, Joe Fonda uva.. Seit 2017 ist er unterwegs mit seiner Freejazzcombo "Total Trio".

 

- Dokumentarfilm & Gespräch mit dem Regisseur:

„INSIDE OUT IN THE OPEN.

An expressive journey into the music known as free jazz“,

USA 2001, OmU, 60 Min., Regie: Alan Roth

Unter der Regie von Alan Roth erkundet "Inside Out in the Open" die frei improvisierte, wild-kreative Welt des Free Jazz, die in den frühen 1960er Jahren entstand. Mit einer expressionistischen Mischung aus leidenschafltlichen Künstlerinterviews und Konzertaufnahmen gibt der Film eine Einführung in die Philosophie des Free Jazz, eine ziemlich detaillierte Geschichte des Genres und eine aufschlussreiche Diskussion der Kunst der Improvisation. Dabei erforscht er nicht nur die Funktion und die Hauptakteure des Free Jazz, sondern seine Kinematographie imitiert auch eindrucksvoll dessen musikalische Form. Das Ergebnis ist ein nichtlinearer, mehrschichtiger Dokumentarfilm, der von den persönlichen Eigenschaften und der Menschlichkeit der Musiker selbst angetrieben wird. Alan Roth gibt Free Jazz die Bühne, die er schon lange verdient hat. "Inside Out In The Open" ist ein fantastischer Dokumentarfilm über eine der herausforderndsten, aber auch faszinierendsten Musik aller Zeiten. Es ist nicht nur ein guter Start für jeden, der die Herkunft und Hintergründe des Free Jazz kennenlernen möchte, sondern auch ein Muss für alle Free Jazz-Fans.

Interviews: Joseph Jarman; Marion Brown; John Tchicai; Alan Silva; Burton Greene; Baikida Carroll; William Parker; Roswell Rudd; Daniel Carter; Susie Ibarra; Matthew Shipp.

Performers: Joseph Jarman; John Tchicai; Wilber Morris; Glenn Spearman; Peter Brötzmann; Sun Ra and his Arkestra; Baikida Carroll; Reggie Workman; Thomas Borgmann; In Order to Survive (William Parker: bass; Cooper-Moore: piano; Rob Brown: alto saxophone; Susie Ibarra: drums); Other Dimensions in Music (Roy Campbell Jr.: trumpet, flugelhorn; Daniel Carter: alto saxophone; William Parker: bass; Rashid Bakr: drums; Matthew Shipp: piano); Free Form Improvisation Ensemble (Burton Greene: piano; Alan Silva: bass; Gary Friedman: saxophone; Jon Winter: flute; Clarence Walker: percussion); New York Art Quintet (Roswell Rudd: trombone; John Tchicai: saxophone; Lewis Worrell: bass; Milford Graves: drums).

 
Der aus Ohio stammende und mittlerweile in Brooklyn lebende politische Aktivist und Filmemacher Alan Roth widmete einen großen Teil seiner kreativen Arbeit Projekten, die die Menschenrechte betreffen. Er ist u.a. einer der Filmemacher von "Seven Days in September" über die Nachwirkungen des 11.9. 2001 in New York, von "One Nation under a Groove" über George Clinton und die Gruppe Parliament-Funkadelic und der Regisseur des 2013 erschienenen Dokumentarfilms "The Breath Courses Through Us" über das New York Art Quartett.

 


 

auftakt, do., 4. april '19, 19:00 uhr:

 

stiftung demokratie saarland

 

 

- Arne Reimer:

 

Vortrag „American FreeJazz Heroes -

 

Geschichten aus dem Leben von Freejazzlegenden in Wort und Bild“

 

Arne Reimer (* 1972 in Rendsburg) ist ein deutscher Fotograf und Autor, der vor allem im Bereich Jazz hervorgetreten ist. Er erwarb 2001 den Diplomabschluß im Fach bildende Kunst in Leipzig und 2005 den „Master of Fine Arts“ in Boston. Von 2006 bis 2012 war Reimer als künstlerischer Mitarbeiter an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig tätig; daneben arbeitete er als freier Fotograf für Plattenfirmen wie ECM Records und für die Jazzpresse. Er hat in der Zeitschrift Jazzthing die Serie American Jazz Heroes initiiert, für die er zahlreiche einflussreiche Jazzmusiker zu Hause besuchte, mit ihnen sprach und sie fotografisch porträtierte. Für die aus der Serie entstandenen beiden Fotobände, die von der Kritik hochgelobt wurden, erhielt er 2017 den Sonderpreis des ECHO Jazz. Weiterhin entstand eine gleichnamige Ausstellung, die 2017 u. a. im Haus der Fotografie Burghausen gezeigt wurde.

 

- THE NU BAND:

Thomas Heberer - trompete

Mark Whitecage - saxophon, klarinette, flöte

Joe Fonda - bass

Lou Grassi – schlagzeug

Der Trompeter Thomas Heberer (* 1965 in Schleswig) wohnt in New York; studierte bei Manfred Schoof in Köln; von 1987 bis 2000 war er ein Mitglied von Alexander von Schlippenbach's Berlin Contemporary Jazz Orchestra, von 1988 bis 1996 war er Mitglied des European Jazz Ensemble, zusammen mit Joachim Kühn, Gerd Dudek, Konrad Bauer, Charlie Mariano, Tony Levin u.a., seit 1993 ist er Mitglied des Instant Composers Pool (ICP) Orchestra; er ist Sideman zahlreicher renommierter Freejazzensembles und seit 2014 der Ersatz für den verstorbenen Roy Campbell in der Nu Band.

 

 

 

 

Der Saxophonist Mark Whitecage (* 1937 in Litchfield (Connecticut), USA) spielte schon in frühem Alter in der Band seines Vaters. In den 1970er Jahren arbeitete er bei John Fischer, Bobby Naughton und Wadada Leo Smith. Bekannt wurde er in Europa in den 1980er Jahren durch seine Mitwirkung in Gunter Hampels Galaxy Dream Band. Außerdem spielte er in dieser Zeit mit Jeanne Lee, Steve Swell und Saheb Sarbib. In den 1990er Jahren arbeitete mit dem Improvisers Collective und veröffentlichte eine Reihe von Alben auf dem unabhängigen Avantgardelabel CIMP, an denen Musiker wie Dominic Duval, Jay Rosen und Tomas Ulrich mitwirkten. Außerdem war er an Aufnahmen von William Parker, Joe Fonda und Joe McPhee beteiligt.

 

 

 

 

 
 

 

Der Bassist Joe Fonda (* 1954 in Amsterdam/New York) war von 1979 bis 1985 Mitglied von Wadada Leo Smiths Creative Musicians’ Improvisers Forum and Orchestra und von 1984 bis 1999 Mitglied verschiedener Bands von Anthony Braxton. Mit Barry Altschul und Billy Bang gründete er das FAB Trio. Als Sideman trat Fonda u. a. mit Archie Shepp, Perry Robinson, Dave Douglas, Curtis Fuller, Marion Brown und Bill Dixon auf.

 

 

 

Der Schlagzeuger Louis Thomas „Lou“ Grassi (* 21. Januar 1947 in Summit, New Jersey) ist seit den 1990er Jahren regelmäßig in der Freejazz-Szene aktiv. 1994 wurde er Mitglied des New Yorker Improvisor’s Collective. Daraus entstand Mitte der 1990er Jahre die Po Band in der Originalbesetzung mit Herb Robertson, Steve Swell, Perry Robinson und Wilber Morris, mit der er eine Reihe von Alben für das CIMP-Label aufnahm. Grassi arbeitete mit Musikern wie Jimmy Garrison, Marshall Allen, Joseph Jarman, John Tchicai, Roswell Rudd, Fred van Howe und Gunther Hampel zusammen.

 

 

 

 


 

während der festivaltage:

live-actionpainting von Jorgo Schäfer

 

"Jorgo Schäfer ist Maler und Cartoonist, und er liebt Jazz – am meisten die freie, offene Form. Die Nähe zu dieser Musik ist gewachsen über Jahrzehnte, sie wurde initiiert und intensiviert durch die Freundschaft zu Peter Kowald (gest. 2002), dem Wuppertaler Free-Jazz-Bassisten und Mitbegründer des „vision festivals“. Diese Verbundenheit mit dem Jazz führte Jorgo Schäfer zu einem ganz eigenen künstlerischen Ausdruck. Er skizziert, er zeichnet, er malt, während die Musiker auf der Bühne spielen und improvisieren. Hören und Sehen sind im sinnlichen Wechselspiel, Aufnehmen und Ausagieren fallen ineins, Musik und Malerei laufen parallel. Parallelen treffen sich im Unendlichen: Hör-Bilder entstehen." (Dr.Hermann Ühlein)

>> www.jorgo-art.de


 

 

1. festivaltag fr., 5. april '19, 19:30 uhr:

gemeindezentrum alte kirche

 

WATTS / WESTON / EDWARDS / SANDERS:

Trevor Watts - saxophon

Veryan Weston - klavier

John Edwards - bass

Mark Sanders – schlagzeug

 

Der Saxophonist Trevor Charles Watts (* 1939 in York, GB) spielte während seines Wehrdienstes zwischen 1958 und 1963  in einer Kapelle der Royal Air Force (u. a. mit Paul Rutherford und John Stevens). Nach seiner Entlassung ging er nach London und schloss sich dem New Jazz Orchestra an, spielte aber auch mit Bluesrockmusikern wie Rod Stewart und Sonny Boy Williamson II. 1965 gründete er mit John Stevens das Spontaneous Music Ensemble in dem er bis 1974 mitwirkte. Daneben gründete er 1967 die Band Amalgam, die zunehmend das Territorium zwischen freier Improvisation und Rock-orientierten Rhythmen erkundete. Seit 1972 war er Mitglied des London Jazz Composers’ Orchestra; daneben arbeitete er mit Bobby Bradford (1973), Stan Tracey (1973/74) und Katrina Krimsky. 1976 gründete er das Trevor Watts String Ensemble, 1978 die Universal Music Group. 1982 veränderte sich sein musikalisches Konzept grundlegend; die Improvisationen bauten in seiner großformatigen Moiré Music und dem Moiré Drum Orchestra oder auch dem Moiré Trio auf den Strukturen sich überlagernder Schlagzeug-Patterns auf. Daneben spielte Watts auch in den Bands von Musikern wie Louis Moholo, Archie Shepp, Steve Lacy, Don Cherry, Jayne Cortez, Harry Miller und Keith Tippett.

 

Der Pianist Veryan Weston (* 1950 in Sussex, GB) zog 1972 nach London und begann, als freischaffender Jazzpianist zu spielen und sich im Little Theater Club als Improvisator zu entwickeln. Er nahm 1975 ein Stipendium beim Digswell Arts Trust in Hertfordshire an. Während dieser Zeit war er Mitbegründer und Komponist für Stinky Winkles. Mit der Gruppe wurde er von der Greater London Arts Association zum "Young musician of 1979" gewählt und gewann drei bedeutende Preise in Frankreich, Spanien und Polen. Während dieser Zeit arbeitete er auch mit bildenden Künstlern zusammen und musizierte für eine Reihe von Filmen und Dokumentationen, vor allem mit Lol Coxhill für Derek Jarmans Carravaggio (1985). In den 1980ern und frühen 90ern arbeitete er hauptsächlich mit dem Eddie Prévost Quartett, Trevor Watts 'Moiré Music und Duos mit Lol Coxhill und Phil Minton. Er arbeitete auch in anderen Ensemble-Projekten mit Minton, darunter  „4Walls“ mit Luc Ex und Michael Vatcher und "Riverun", das Phil Minton Quartet mit John Butcher und Roger Turner.  Es gab außerdem Kollaborationen mit John Edwards, Mark Sanders, Caroline Kraabel, John Rose, Louis Moholo, Alex Ward, Chris Biscoe, Alan Tomlinson u.v.a..

 

John Edwards (* 1964, GB) begann 1987 Bass zu spielen. 1990 trat er erstmals mit Musikern wie Roger Turner, Lol Coxhill, Maggie Nichols oder Phil Minton auf. Zwischen 1990 und 1995 war Edwards gleichzeitig Mitglied mehrerer Formationen, wie der Band God, B Shops for the Poor und bei The Honkies. Zudem war er regelmäßiger Begleitmusiker von Londons Szene der improvisierten Musik, hatte erste Solo-Auftritte und arbeitete in Duo-Formation (Bass/Cello) in der Formation The Great Explorers. Seit 1995 gehört John Edwards zu den aktivsten Musikern der Londoner Szene und spielt zwischen 150 und 200 Gigs im Laufe eines Jahres. Er war Mitmusiker von Evan Parker in verschiedenen Formationen, arbeitete außerdem mit Tony Bevan, Jon Lloyd, Veryan Weston und Elton Dean und spielte außerdem mit Michel Doneda, Paul Dunmall, Gerd Dudek, Hans Koch, Sunny Murray, Derek Bailey, Joe McPhee, Peter Brötzmann, Mulatu Astatke, Michel Waisvisz, John Butcher, Mark Sanders, dem London Improvisers Orchestra und vielen anderen. Mit Paul Lovens und dem Paul Hubweber bildet er das Trio PaPaJo.

 

Mark Sanders (*1960 in Beckenham, GB) spielte zunächst in den frühen 1980er Jahren mit Rockgruppen, bevor ihm sein Freund Paul Rogers den Jazz nahebrachte. In den späten 1980er Jahren spielte er sowohl Improvisationsmusik in Duos mit Pat Thomas und Phil Durrant, trat aber auch mit Musikern wie Dudu Pukwana, Dick Heckstall-Smith oder Peter Nu auf. In den 1990er Jahren wurde er Mitglied der Gruppen von Evan Parker, Jah Wobble und Elton Dean (zunächst im Quartett mit Harry Beckett und Marcio Mattos, später mit Paul Rogers und Howard Riley). Er trat mit Derek Bailey, Bill Laswell, Ivo Perelman, Agustí Fernández, Paul Rutherford, Veryan Weston sowie mit zahlreichen weiteren britischen Improvisationsmusikern auf, bevor er mit Peter Brötzmann und Frode Gjerstad durch Skandinavien tourte. Mehrfach war er mit Hasse Poulsen, Luc Ex und Phil Minton bzw. Sidsel Endresen als SPEEQ in Europa unterwegs. Er nahm mit Evan Parker, Elton Dean, Larry Stabbins, Thomas Borgmann, dem London Improvisers Orchestra, Jon Lloyd, Lotte Anker, Kris Wanders, Ken Vandermark sowie mit Frode Gjerstad und John Edwards auf und lehrte verschiedentlich an der Royal Academy of Music und der Guildhall School of Music.

 

 

 

MATEEN / LOPES:

Sabir Mateen – saxophon, flöte, klarinette

Luis Lopes – gitarre

 

Sabir Mateen (*1951 in Philadelphia, USA) war fast sein ganzes Leben lang Musiker. Als junger Mann war Mateen ursprünglich Perkussionist und begann als Jugendlicher Flöte zu spielen. Von dort wechselte er zu Alt- und Tenorsaxophon. Er begann in den frühen 1970er Jahren Rhythm and Blues zu spielen, was ihn zum Tenorsaxophon-Stil des Horace Tapscott Pan Afrikan Peoples Arkestra führte. Seit dieser Zeit spielte er mit Musikern wie Cecil Taylor, Sunny Murray, William Parker, Alan Silva, Butch & Wilber Morris, Raphe Malik, Steve Swell, Mark Whitecage, Roy Campbell, Jr., Matthew Shipp, Marc Edwards, Jemel Moondoc, William Hooker, Henry Grimes, Rashid Bakr und Hamid Drake. Er ist Mitglied der Genossenschaftsband TEST mit Daniel Carter, spielt mit dem „Little Huey Creative Music Orchestra“, William Parkers „Inside The Music Of Curtis Mayfield“, „Earth People“, „The Downtown Horns“ und dem „East 3rd Street Ensemble“. Er ist der Leiter  eines eigenen Quintetts, des „Shapes Textures & Sound Ensemble“, von „The Omni-Sound“ und anderen Bands.

 

Der aus einem Rock/Punk und Blues Hintergrund kommende Luis Lopes (* 1971, Lissabon) absolvierte ein Jazzstudium an der Escola de Jazz do Barreiro in Lissabon. Der Saxophonist Joe Giardullo führte ihn danach in die Welt der improvisierten und experimentellen Musik ein, in die Lopes von nun seine Energien und kompositorischen Fähigkeiten einbrachte und seine Faszination für Noise Musik, Distortions und Gitarrenfeedbacks integrierte. Im Freejazzkontext bekannt geworden ist er v.a. durch sein Humanization 4tett (mit Rodrigo Amado am Tenorsax), das Lisbon Berlin Trio (mit Christian Lillinger u. Robert Landfermann), seine Zusammenarbeit mit Musikern wie Alfred Hart, Daniel Carter, Jeb Bishop, Josh Abrams, Jean-Luc Guionnet, Samuel Blaser, Fred Lomberg-Holm und Evan Parker sowie durch seine gefeierten Solokonzerte auf wichtigen Festivals in Europa und den USA.

 

 

 

 

GAYLE / CABRAS / BARCELLA

PILZ / SCHUBERT /SCHEIB /KUGEL:

Michel Pilz - bassklarinette

Frank Paul Schubert - saxophon (s.o.)

Stefan Scheib - bass

Klaus Kugel - schlagzeug (s.u.)

 

 

 

Michel Pilz (* 1945 in Bad Neustadt) studierte klassische Klarinette am Konservatorium in Luxemburg. Er entschied sich Jazz zu spielen und wurde 1968 Mitglied in Manfred Schoofs Quintett (mit Alexander von Schlippenbach, Buschi Niebergall und Mani Neumeier). Mit diesem Quintett, den German All Stars und dem Globe Unity Orchestra ging er in den nächsten Jahren auf Tournee (Europa, Asien, Südamerika). Außerdem spielte er im Trio mit Peter Kowald und Paul Lovens, und war von 1975 bis 1977 Mitglied im Klarinetten-Pool Clarinet Contrast mit Perry Robinson, Theo Jörgensmann, Bernd Konrad und Hans Kumpf. Michel Pilz gründete 1977 eine eigene Gruppe mit Buschi Niebergall und dem Trompeter Itaru Oki und war gleichzeitig Mitglied des neuen Manfred Schoof Quintetts (mit Jasper van’t Hof, Günter Lenz und Ralf Hübner). Außerdem spielte er viele Jahre im Trio mit dem Schlagzeuger Klaus Kugel und dem Bassisten Christian Ramond und im Quartett mit Peter A. Schmid.

 

 

 

 

 

Stefan Scheib arbeitet seit 1993 in verschiedenen Ensembles improvisierter und komponierter Musik als Instrumentalist und Komponist. Ursprünglich E-Bassist, wechselte er später zum Kontrabass und erweiterte sein Spektrum um die elektronische Musik. Sein besonderes Interesse gilt außerdem der spartenübergreifenden Arbeit. In gemeinsamen Projekten mit Autoren, Tänzern, Schauspielern oder bildenden Künstlern entstehen Konzertperformances, Installationen und Hörspiele. Bereits auf dem 2. Freejazzfestival Saarbrücken machte er im Trio Autochthon mit Hatmut Oßwald und Wolfgang Schliemann Furore.

 


 

2. festivaltag sa., 6. april '19, 19:30 uhr:

gemeindezentrum alte kirche

 

KALUZA QUARTETT:

Anna Kaluza - saxophon

Christof Thewes - posaune

Jan Roder - bass

Kay Lübke - schlagzeug

 

 

 

Anna Kaluza (*1979, Freiburg i.Br.) studierte Saxophon in Köln bei Frank Gratkowski, in Wien bei Klaus Dickbauer und in London bei Jean Toussaint. Sie war Mitglied von Simon Rummels Fantasmofonika, die 2004 mit dem Jazz-Kunstpreis NRW ausgezeichnet wurde. Mit der deutschen Band Futür veröffentlichte sie 2007 das Album "Kein Schnee". Von 2008 bis 09 lebte sie in London und wurde Mitglied des London Improvisers Orchestra (L.I.O.) und der Gruppe Splatter. Seit sie in Berlin lebt, gründete sie das Berliner Improvisers Orchestra und spielt regelmäßig mit internationalen Gastmusikern. Sie ist Leaderin des Kaluza Quartetts und u.a. Mitglied des Hanam Quintetts, des Trios Baustelle Nr. 5, des Heisenberg Quintetts und der Little Big Band.

 

 

                                                                                     

 

 

Der Posaunist Christof Thewes (* 1964 in Quierschied, D) ist seit Jahren als Leiter und Komponist unzähliger eigener Ensembles – die alles zwischen Solo bis Big Band abdecken – und als Sideman so bekannter Gruppen wie dem Globe Unity Orchester und der Uli Gumpert Workshop Band musikalisch aktiv. Er hat in mehr als dreißig Jahren mit vielen namhaften und legendären Jazzern wie Alex Schlippenbach, Evan Parker, Rudi Mahall, Albert Mangelsdorff, Gerd Dudek, Paul Lovens u.v.a. in ganz Europa, Mittel- und Südamerika oder Kanada konzertiert und dabei einen unverwechselbaren Sound entwickelt.

 

 

 

 

 

 

Der Bassist Jan Roder (* 1968) studierte Musik in Hannover. Er begann seine Karriere als Rockmusiker und lebte längere Zeiten in Brasilien. 1995 kam er nach Berlin, wo er mit Musikern wie Ulrich Gumpert, Ernst-Ludwig Petrowsky, Manfred Schoof, Uschi Brüning, Joachim Kühn, Aki Takase,  Alexander v. Schlippenbach, Gunter Hampel, Axel Dörner, Thomas Borgmann und Peter Brötzmann Konzerte spielte. Roder ist beteiligt an Projekten wie Monks Casino, Die Enttäuschung, Soko Steidle, Squakk, Die Dicken Finger (am E-bass), Silke Eberhard Trio, Ulrich Gumpert Quartett / Workshopband, JR3 (mit Rudi Mahall und Olaf Rupp) u.v.a., tritt als Solist auf und arbeitet von Zeit zu Zeit als Studiomusiker.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kay Lübke (*1971, Karlsruhe) kam über die Stationen Frankfurt und Mainz Ende der 90er Jahre nach Berlin, um an der um an der Musikhochschule "Hanns Eissler" bei Holger Nell Schlagzeug zu studieren. K.L. war an der Schaubühne, an der Volksbühne und am Berliner Ensemble engagiert, außerdem wirkte er mit bei Produktionen von Tanzplan Dresden und Spielzeit Europa/Berlin. Er hat in den letzten Jahren CDs und Konzerte u.a. mit Uschi Brüning, Sheila Jordan, Dave Liebman, Richie Cole, Kris Davis, Uli Gumpert, Luten Petrowsky, Shabaka Hutchings, Christof Sänger, Andreas Willers, Majid Bekkas, Henrik Walsdorf, Georg Boeßner und Uli Kempendorff (ein-)gespielt. Er ist Mitglied des Berlin Improvisers Orchestra, des Silke Eberhart Trios, des Christian von der Goltz Projkets, der Band Croomp und Leader der Formation Slowboy.

 

 

 

Kaluza Quartett - the first 29 minutes, live im Spielraum, Holywood, 26.10 2018:

 

STEAMBOAT SWITZERLAND:

Dominik Blum - orgel

Marino Pliakas - bass

Lucas Niggli – schlagzeug

 

Dominik Blum (* 1964, Adliswil, CH) ist ein Schweizer Musiker (Klavier, Synthesizer, Orgel) und Dirigent. Sein künstlerisches Interesse reicht vom klassischen Repertoire über die zeitgenössische Musik bis zu  elektroakustischer und neuer Improvisationsmusik. Blum machte seine ersten musikalischen Erfahrungen im Bereich des (Hard)Rock und der Punkmusik und erhielt erst danach (ab zwölf Jahren) klassischen Klavierunterricht. Mit achtzehn Jahren trat er erstmals öffentlich als Dirigent auf. Zwischen 1984 und 1987 studierte er Klavier am Konservatorium Winterthur; weiterhin studierte er Chor- und Ensembleleitung bei Karl Scheuber in Zürich. In jener Zeit dirigierte er Uraufführungen diverser Schweizer Komponisten mit dem Ensemble für Neue Musik Zürich, spielte als Pianist Uraufführungen und machte auch Einspielungen für Radio DRS. 1995 gründete er mit Marino Pliakas und Lucas Niggli das Crossover-Trio Steamboat Switzerland. 2002 war er auf Konzertreise mit dem Flötisten Boris Previsic, seit 2003 im Duo mit der georgischen Pianistin Tamriko Kordzaia. Musikalische Partner sind ausserdem der Saxophonist Raphael Camenisch und die Pianistin Tamriko Kordzaia. Weitere Projekte Blums sind das Raving Song System sowie seit 2005 das Noise-Grind-Trio AZEOTROP.

 

Marino Pliakas (* 1964 in Trogen, CH) ist ein griechisch-schweizerischer Musiker (Gitarre, E-Bass) und Dozent an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Pliakas studierte von 1984 bis 1988 klassische Gitarre am Konservatorium Zürich. 1995 gründete er mit Dominik Blum und Lucas Niggli das bis heute bestehende „Hammond-Avantcore-Trio“ Steamboat Switzerland. Auch spielt er im Trio Full Blast mit Peter Brötzmann und Michael Wertmüller. Weiterhin aktiv war er im Improvisationsquartett Die Firma und mit Stephan Wittwer (im Duo und im Trio mit Michael Wertmüller). Daneben ist er auch mit Caspar Brötzmann, John Cale, Nels Cline, Holger Czukay, Jacques Demierre, Robert Dick, Fred Lonberg-Holm, Steve Noble, Norbert Möslang, Jim O’Rourke, Ken Vandermark, Trevor Watts und Kenny Wollesen aufgetreten. Er konzertierte in vielen Ländern Europas, in Ägypten, Südafrika, Mosambik, Israel, China, Japan, Nordamerika und Brasilien. Von 1998 bis 2003 war er Präsident der Zürcher Sektion der International Society for Contemporary Music.

 

Lucas Niggli (*1968) wuchs die ersten sechs Jahre seines Lebens in Kamerun auf, danach in der Schweiz. 1979 begann er, Schlagzeugunterricht zu nehmen. Privatstudien bei Pierre Favre sowie Masterclasses bei Baby Sommer und Robyn Schulkowsky waren Stationen des vorwiegend autodidaktisch studierenden jungen Musikers. Von 1987 bis 1995 spielte er bei der experimentellen New-Jazz-Formation Kieloor Entartet. In dieser Zeit initiierte er die Grossformationen ENAO 1991 und 1993 und nahm mit Sainkho Namtchylak auf. Seit 1994 war er an unterschiedlichen Bandprojekten Pierre Favres vom Duo bis zum Oktett beteiligt. 1995 gründete er mit Dominik Blum und Marino Pliakas Steamboat Switzerland. Er ist Leader des Trio Zoom mit Nils Wogram und Philipp Schaufelberger, das mit Claudio Puntin und Peter Herbert zum Big Zoom-Quintett erweitert wurde. Mit Jacques Demierre und Barry Guy spielte er seit 2002 in einem weiteren Trio. Ausserdem trat er mit Musikern wie Butch Morris, Andrew Cyrille, Trevor Watts, Fred Frith, John Cale, Sylvie Courvoisier, Ikue Mori, Peter Kowald, Xu Fengxia, Tom Cora, Hans Koch, Tenko, Erika Stucky, Urs Leimgruber, Michel Doneda, Irène Schweizer, Phil Minton, Wu Wei, Michel Portal, Luciano Biondini und Michel Godard auf. Seit 2006 hat er sein eigenes Schlagzeugquartett: Beat Bag Bohemia mit Kesivan Naidoo, aus Südafrika, Rolando Lamussene aus Mosambik und dem Schweizer Peter Conradin Zumthor. Mit Barry Guy und Paul Plimley spielt er seit 2010 im Hexen Trio.

 

MCPHEE / EDWARDS / KUGEL:

Joe McPhee – saxophon, trompete

John Edwards - bass (s.o.)

Klaus Kugel – schlagzeug

 

Joe McPhee (*1939 in Miami, USA) spielt Trompete, Posaune und verschiedene Saxophone. Joe spielte schon mit acht Jahren Trompete, als er Unterricht von seinem Vater erhielt. Seine Karriere begann in den 1960er Jahren unter anderem in Ensembles von Don Cherry. Seine erste Schallplatten-Einspielung entstand 1967 mit Clifford Thornton, "Freedom and Unity". Ab Mitte der 1970er Jahre wurde er mit einer Reihe aufsehenerregender Einspielungen in Europa bekannt, die das Schweizer Label HatHut Records von Werner X. Uehlinger mit ihm aufnahm. Seit den 1990er Jahren arbeitete McPhee in verschiedenen Kooperationen mit der jüngeren Generation von Musikern aus Chicago zusammen und nahm eine Reihe von Alben für das Avantgarde-Label CIMP auf. Er spielte u. a. mit Musikern wie Frank Lowe, Dominic Duval, Jay Rosen, Ken Vandermark, Peter Brötzmann und Evan Parker. Bis 2007 hat er an die 100 Tonträgereinspielungen unter seinem Namen veröffentlicht. Aktuell bildet er mit Fred Lonberg-Holm am Cello und Michael Zerang am Schlagwerk das Survival Unit Trio. Zusammen mit Roy Campbell, William Parker und Warren Smith spielt er in dem Projekt A Tribute to Albert Ayler.

 

Der Schlagzeuger Klaus Kugel (* 1959, Lindenberg) wurde an der Münchener Jazzschule ausgebildet. Zunächst gehörte er mit Dizzy Krisch und Klaus Roggors der Gruppe Nightwork an. Dann arbeitete er als Studiomusiker und mit Musikern der Kölner Szene wie Reiner Winterschladen, Roger Hanschel, Christian Ramond, Dieter Manderscheid sowie Christian Bollmann. 1986 wurde er Mitglied des Michel Pilz/Itaru Oki-Quartetts. Seit 1989 arbeitet er gemeinsam mit dem litauischen Saxophonisten Petras Vyšniauskas in verschiedenen internationalen Formationen, seit 1994 gehört er zum Quartett von Theo Jörgensmann. Seit 1999 ist er Mitglied im Ganelin Trio Priority von Vyacheslav Ganelin. Er war 2007 und 2008 u. a. mit Charles Gayle, Roy Campbell, Hilliard Greene und Jemeel Moondoc auf Tournee. Weiterhin hat er mit Musikern wie Tomasz Stańko, Zbigniew Namysłowski, Perry Robinson, Wolter Wierbos, Charlie Mariano, Karl Berger, Steve Swell, Robert Dick, Arkady Shilkloper, Sirone, Burton Greene, Vijay Iyer, John Lindberg, Herb Robertson, Paweł Postaremczak, Kenny Wheeler, Sabir Mateen, Peter Evans, Perry Robinson, Bobo Stenson, Glen Moore, Kent Carter, Mars Williams, Conny Bauer, Gerd Dudek, Ken Vandermark, Joe McPhee, John Edwards, Wacław Zimpel oder Bobby Few gearbeitet.


 

epilog so., 7. april '19, 11:00 uhr:

 

café bar zing, rotenbergstraße 37

                Jam-Sessions
 
      mit Festivalmusikern