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„Mankind's first musical performance
 
couldn't have been anything other than a
 
free improvisation.“

-- Derek Bailey, improvising guitarist, 1930 – 2005

            


 

8. freejazzfestival saarbrücken,

29. märz bis 2. april 2023

 

"The music has always been a survival tool.

The music has given release and relief from the reality.

I hope the music that I help create does the same.

For me it’s not about going to Saturn or finding God,

but just making being on the Earth easier."

 - Cooper-Moore

 

prolog, mi., 29. märz '23, 19:00 uhr:

kino 8 ½

 

Christof Thewes Quartett - "surreal goes free":

Christof Thewes – Posaune

Hartmut Oßwald - Saxophon

Ben Lehmann – Bass

Martial Frentzel - Schlagzeug

&  Elodie Brochier - Art-Performance (animation papier)

 

 

Dokumentarfilm:

„Taking the dog for a walk – Conversations with british improvisers“, Antoine Prum, Lux, 2014, 128 Min, O. m. dt. Untertiteln

Die äußerst einflussreiche britische Untergrundszene der freien Improvisation und ihre Akteure sind das Thema von Antoine Prums Taking The Dog For A Walk. Der Dokumentarfilm wirft einen Blick auf die Anfänge der Szene in den 1960er Jahren und darauf, wie sich diese Ideen und Grundlagen bis heute entwickelt und verändert haben. Ausführliche Ausschnitte von Auftritten vieler legendärer Musiker dieser Szene lassen den Zuschauer diese Musik live miterleben. Der Film enthält auch Interviews mit einigen ausgewählten Kritikern, die für die Pflege dieser Szene verantwortlich sind und die einen Kontext für ihre Ursprünge liefern. Prums Dokumentarfilm berührt ästhetische Perspektiven und persönliche Geschichten durch Interviews mit den Musikern selbst, die oft von dem britischen Komiker und Liebhaber der freien Improvisation Stewart Lee interviewt werden. Taking The Dog For A Walk zeigt die Hartnäckigkeit, mit der sie diese Musik machen, die sich am Rande der Legalität bewegt - ästhetisch, sozial und finanziell. Die Tatsache, dass die Londoner Szene der freien Improvisation so lange überlebt und aufgeblüht ist und weiterhin bahnbrechende Musik ohne offizielle Anerkennung oder regelmäßige kulturelle Unterstützung entwickelt, zeugt von ihrer Vitalität.

 

Publikumsgespräch mit dem Regisseur Antoine Prum

Antoine Prum (*1963, Luxembourg) lebt als Künstler und Filmemacher in Berlin. Er wurde 1990 mit dem Luxemburger Prix d’Encouragement aux Jeunes Artistes ausgezeichnet und erhielt verschiedene Stipendien. Seine Installationen sind seit 1994 in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Japan und Australien zu sehen. 2005 nahm er an der Biennale in Venedig teil. Filme: 2004 Tour de Force - Documentary on the World’s Strongest Man on tour in Russia, 2005 Mondo Veneziano, 2014 Taking the Dog for a Walk - Conversations with British Improvisers, 2017 Blue for a Moment - Sven-Åke Johansson in a film by Antoine Prum.

 


 

auftakt, do., 30. märz '23, 19:00 uhr:

stadtgalerie

 

„FreeJazz in der DDR“
– vier der prägenden ostdeutschen Avantgarde-Jazzer mit Livemusik und im Gespräch über ihre soziopolitischen, kulturellen und musikästhetischen Wurzeln

 

Sachse-Reinhardt play Jimi Hendrix:

Helmut „Joe“ Sachse – E-Gitarre 

Heiner Reinhardt- Bass-Klarinette, Sax

Helmut „Joe“ Sachse (*1948 in Mittweida) studierte von 1973 bis 1978 an der Hochschule für Musik Weimar. Schon früh trat er in verschiedenen Gruppen von Manfred Schulze auf, etwa in der Gerhard-Stein-Combo. Mitte der 1970er Jahre gründete er sein eigenes Quartett, das sich bald zum Quintett Osiris erweiterte, dem Manfred Hering, Hannes Zerbe, der Bassist Christoph Winkel und Wolfram Dix angehörten. Osiris ging mit Charlie Mariano und Toto Blanke auf DDR-Tournee. Ende der 1970er Jahre spielte er im Duo mit Uwe Kropinski, das später mit Hannes und Conny Bauer zum Doppelmoppel erweitert wurde und auf zahlreichen internationalen Festivals, etwa auf dem Moers Festival spielte; in dieser Gruppe und bei Soloprojekten hat Sachse auch zur Querflöte gegriffen. Anfang der 1980er Jahre spielte er in der Heinz Becker Group , mit Ernst-Ludwig Petrowsky, Heinz Becker und Klaus Koch im Quartett, aber auch im Trio mit Petrowsky und im Duo mit Manfred Hering. Im weiteren arbeitete er mit George Lewis, David Moss, John Tchicai, Maggie Nicols, Peter Kowald, Fred Van Hove, Paul Rutherford und Peter Brötzmann.

 

Der 1952 in Thüringen geborene Heiner Reinhardt studierte an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin Saxophon. Danach wirkte er im Andreas-Altenfelder-Quintett und ist seit den achtziger Jahren ständiges Mitglied des Manfred-Schulze-Bläserquintetts. Später arbeitete Heiner Reinhardt mit seinem eigenen Ensemble „Entropie“, wirkte in vielen Workshop –Formationen mit und sammelte Erfahrungen in verschiedenen Performance- und multimedialen Projekten. Er ist Mitglied des in den neunziger Jahren gegründeten Berliner Bläserensembles „Talam“ unter Leitung Gebhard Ullmanns. Seine ausgedehnte Konzerttätigkeit machte ihn bekannt mit den führenden Musikern der europäischen Improvisationsszene. Er spielte auf vielen namhaften Jazzfestivals in Europa und Amerika, darunter auf dem Jazz Fest Berlin, in Nürnberg, Moers, Le Mans, Vancouver, Toronto, Nickeslsdorf und zu den Salzburger Festspielen.

 

Gumpert-Sommer:

Ulrich Gumpert – Flügel 

Günther „Baby“ Sommer – Schlagzeug

Ulrich „Uli“ Gumpert (*1945 in Jena) studierte ab 1961 an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Waldhorn, daneben musizierte er bei den Jenaer Oldtimers. 1964 wurde er wegen ungenügender Leistungen im Fach Marxismus-Leninismus exmatrikuliert. 1966 zog Gumpert nach Ostberlin um. Weitere Studien erfolgten von 1967 bis 1968 an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin im Fach Klavier, die er wieder abbrach. An der Musikschule Friedrichshain erwarb Gumpert zwischen 1970 und 1973 die Berufsmusikerlizenz als Pianist. Seit 1967 gehörte er zu den Besetzungen der verschiedenen Bands von Klaus Lenz und war 1971 Mitbegründer der Jazzrockband SOK, die einen elektrischen jazzorientierten Rock spielte. 1973 war Gumpert, der sich zu der Zeit immer mehr dem Freejazz widmete, Mitbegründer der Jazzformation Synopsis. Mit seiner Ulrich Gumpert Workshop Band, der neben ihm noch Heinz Becker, Manfred Hering, Ernst-Ludwig Petrowsky, Helmut Forsthoff, Conny Bauer, Klaus Koch und Günter Sommer angehörten, folgte 1979 ein zweites Album, das auch in Westdeutschland erschien und dort auch vorgestellt wurde. 1984 ging aus Synopsis das Zentralquartett hervor. Daneben widmete sich Gumpert seit dieser Zeit verstärkt dem solistischen Wirken. Zusammen mit Radu Malfatti und Tony Oxley spielte Gumpert im Trio GMU. Im Jahre 2005 wurde Gumpert auf dem JazzFest Berlin mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet.

 

Der Schlagzeuger Günter „Baby“ Sommer (* 1943 in Dresden) zählt zu den Free-Jazz-Musikern der ersten Generation in Europa. Nach ersten Erfahrungen in Amateurgruppen während seines Studiums gehörte Sommer ab 1965 der Klaus Lenz-Big Band und ab 1966 dem Friedhelm-Schönfeld-Trio, dem Manfred Ludwig Sextett, 1971 der Jazzrock-Gruppe SOK und anschließend der Gruppe Synopsis an. Seine musikalischen Beiträge zu den wichtigsten Jazzgruppen der DDR wie dem Ernst-Ludwig-Petrowksy-Trio, dem Zentralquartett und der Ulrich Gumpert Workshopband ermöglichten Sommer den Einstieg in die internationale Szene. So arbeite Sommer nicht nur im Trio mit Wadada Leo Smith und Peter Kowald sondern traf mit so wichtigen Spielern wie Peter Brötzmann, Fred van Hove, Alexander von Schlippenbach, Evan Parker und Cecil Taylor zusammen. Sommers Solospiel sensibilisierte ihn für Kolloborationen mit Schriftstellern wie Günter Grass. Seine Diskografie umfasst über 100 veröffentlichte Audio-Datenträger. Als Professor an der Musikhochschule in Dresden nimmt er Einfluss auf die professionelle Vermittlung des zeitgenössischen Jazz an die nachfolgenden Generationen.

 

Podiumsgespräch

„Die Entwicklung des FreeJazz im Überwachungsstaat der DDR.

Von der “klassenfeindlichen Westkultur“ zum Teil der emanzipatorischen Jugendkultur bis zur staatspolitisch geförderten Kunstform“ ,
Leitung Ulrich Stock (ZEIT)
mit Ulrich Gumpert, Baby Sommer, Joe Sachse, Heiner Reinhardt

 

Ulrich Stock ist Jazzreporter der Wochenzeitung DIE ZEIT in Hamburg. Auf zeit.de schreibt er zudem in loser Folge an der Endlos-Serie Und jetzt Jazz! Über vier Jahrzehnte hinweg entstanden ungezählte Porträts, etwa von Cecil Taylor, Irène Schweizer, Fred Frith, Luise Volkmann, Makaya McCraven, Els Vandeweyer, Christopher Dell, Aki Takase oder Pablo Held, zumeist aus intensiven persönlichen Begegnungen heraus. Hätte er eine Zeitmaschine, flöge er zu Derek Bailey, Alice Coltrane und Gábor Szabó, um sie auf der Bühne zu erleben.

 

 

Quartett & Sextett:

Uli Gumpert- Flügel

Christof Thewes – Posaune 

Silke Eberhard – Saxophon 

Baby Sommer – Drums

& Joe Sachse - Gitarre

Heiner Reinhardt - Bassklarinette                                                                                  

 

 

Der Posaunist Christof Thewes (* 1964 in Quierschied, D) ist seit Jahren als Leiter und Komponist unzähliger eigener Ensembles – die alles zwischen Solo bis Big Band abdecken – und als Sideman so bekannter Gruppen wie dem Globe Unity Orchester und der Uli Gumpert Workshop Band musikalisch aktiv. Er hat in mehr als dreißig Jahren mit vielen namhaften und legendären Jazzern wie Alex Schlippenbach, Evan Parker, Rudi Mahall, Albert Mangelsdorff, Gerd Dudek, Paul Lovens u.v.a. in ganz Europa, Mittel- und Südamerika oder Kanada konzertiert und dabei einen unverwechselbaren Sound entwickelt.

 

 

 

 

 

 

 

Die in Berlin wohnende Saxophonistin und Komponistin Silke Eberhard (* 1972 in Heidenheim, D) studierte u.a. bei Rudi Mahall und David Liebman. Sie arbeitet mit Aki Takase in verschiedenen Duo- und Quartett-projekten, spielt im Trio mit Jan Roder und Kay Lübke, im Duo mit Ulrich Gumpert und präsentiert mit dem Projekt Potsa Lotsa neue Arrangements der Werke von Eric Dolphy für ein ausschließlich aus Bläsern bestehendes Quartett. Sie spielte Konzerte mit Wayne Horvitz, Dave Burrell, Gerry Hemingway, Michael Zerang und vielen anderen. 2004 und 2005 war sie Gastprofessorin an der Pontificia Universidad Javeriana Bogotá in Kolumbien.

 

 


während der festivaltage:

live-actionpainting von Jorgo Schäfer

 

"Jorgo Schäfer ist Maler und Cartoonist, und er liebt Jazz – am meisten die freie, offene Form. Die Nähe zu dieser Musik ist gewachsen über Jahrzehnte, sie wurde initiiert und intensiviert durch die Freundschaft zu Peter Kowald (gest. 2002), dem Wuppertaler Free-Jazz-Bassisten und Mitbegründer des „vision festivals“. Diese Verbundenheit mit dem Jazz führte Jorgo Schäfer zu einem ganz eigenen künstlerischen Ausdruck. Er skizziert, er zeichnet, er malt, während die Musiker auf der Bühne spielen und improvisieren. Hören und Sehen sind im sinnlichen Wechselspiel, Aufnehmen und Ausagieren fallen ineins, Musik und Malerei laufen parallel. Parallelen treffen sich im Unendlichen: Hör-Bilder entstehen." (Dr.Hermann Ühlein)

>> www.jorgo-art.de


 

1. festivaltag fr., 31. märz '23, 19:30 uhr:

gemeindezentrum alte kirche

 

Cooper-Moore: Piano-Solo

Cooper-Moore (* 1946 in Virginia als Gene Y. Ashton) ist ein US-amerikanischer Jazz-Pianist, Komponist des Free Jazz und der Neuen Improvisationsmusik sowie Musikpädagoge und Instrumentenbauer. Er begann mit acht Jahren Klavier zu lernen und spielte zunächst Kirchenmusik. Unter dem Einfluss der Musik von Thelonious Monk, Charles Mingus oder Ornette Coleman beschäftigte er sich mit Improvisationsmusik. 1970 gründete er mit dem Saxophonisten David S. Ware und dem Schlagzeuger Marc Edwards das Trio Apogee. Gegenwärtig arbeitet er mit einem Trio aus Tom Abbs und Chad Taylor namens Triptych Myth. Eine weitere Formation unter seiner Leitung ist das Trio Digital Primitives, zu dem Chad Taylor und Assif Tsahar gehören. Er arbeitet außerdem in Bill Coles Untempered Ensemble, mit Steve Swell, Susie Ibarra und William Parker, u. a. trat er mit Parkers Jeanne Lee Project auf dem New Yorker Vision Festival 2003 auf. Für das Avantgarde-Label AUM Fidelity nahm er mehrere Alben auf.

 

 

 

THERMAL:

Andy Moor - electric guitar

John Butcher - tenor & soprano saxophone 

Thomas Lehn - analogue synthesizer

Andy Moor (* 1962 in London) ist ein britischer Gitarrist des Post-Punk und der Neuen Improvisationsmusik. Moor begann seine musikalische Karriere als Mitglied der Band Dog Faced Hermans in Edinburgh. 1990 übersiedelte er in die Niederlande, wo er Mitglied der Anarcho-Punk-Gruppe The Ex wurde. Daneben arbeitete er mit Musikern wie Tom Cora, Han Bennink, Wolter Wierbos, Djibril Diabate, John Butcher und Anne James Chaton zusammen. 1995 gab er eine Reihe von Improvisationskonzerten mit Terrie Ex. Im Folgejahr gründete er mit Tony Buck, Joe Williamson und Leonid Soybelman die Gruppe Kletka Red, deren Musik vom traditionellen russischen und griechischen Gesang und der Klezmermusik geprägt war. Ab 2000 arbeitete er auf dem Gebiet der elektronischen Musik u. a. mit Kaffe Matthews, Yannis Kyriakides, Thomas Lehn und Colin Mclean zusammen. Zugleich komponierte er mehrere Soundtracks zu Filmen und trat mit der Dance Company von Katie Duck auf. Mit Kyriakides und Isabelle Vigier gründete er 2002 das Label Unsounds.

 

John Butcher (* 1954 in Brighton) studierte Physik an der University of Surrey und erlangte 1982 den Grad eines Ph.D. mit der Arbeit Spin effects in the production and weak decay of heavy Quarks. Nach Anfängen als Rockmusiker trat er während seines Studiums als Jazzsaxophonist u. a. mit dem Jazz Ensemble des Pianisten Chris Burn, das 1980 den BBC Big Band Award gewann, und mit seinem Bruder Phil Butcher, einem Kontrabassisten, auf. 1984 bildete er ein Trio mit dem Gitarristen John Russell und dem Violinisten Phil Durrant. Erweitert um den Schlagzeuger Paul Lovens und den Posaunisten Radu Malfatti trat die Gruppe weiter unter dem Namen News from the Shed auf. Anfang der 1990er Jahre trat Butcher in Europa mit dem Quartett Frisque Concordance (mit Georg Gräwe und Martin Blume) auf, während er seit 1992 in London als Mitglied von John Stevens' Spontaneous Music Ensemble (mit dem Gitarristen Roger Smith) arbeitete. Mit den Saxophonisten Evan Parker, Trevor Watts und Lol Coxhill trat Butcher in Rom auf, mit dem Posaunisten Alan Tomlinson und dem Schlagzeuger Willi Kellers unternahm er eine Tournee durch die DDR. Weiterhin arbeitete er mit den Sängern Phil Minton und Vanesse Mackness zusammen. Anfang der 2000er Jahre arbeitete er an elektroakustischen Experimenten mit dem kalifornischen Wissenschaftler William Tsun-Yuk Hsu und mit Newton Armstrong von der Princeton University. Mit Axel Dörner und Xavier Charles gründete er das Trio The Contest of Pleasures. Seit 2006 arbeitet er mit dem australischen Elision Ensemble. 2008 gründete John Butcher die John Butcher Group mit Chris Burn, Thomas Lehn, Clare Cooper, Gino Robair, dieb13, Adam Linson und John Edwards.

 

Thomas Lehn (* 1958 in Fröndenberg/Ruhr) studierte Tonmeister an der Hochschule für Musik Detmold und von 1980 bis 1987 Klassik- und Jazz-Klavier an der Hochschule für Musik Köln. Als Interpret der klassischen, zeitgenössischen und improvisierten Musik entwickelte er in der elektronischen Musik eine eigene Sprache. Er spielt Analog-Synthesizer, Mini-Moog-Synthesizer und Klavier, wobei er bei Improvisationen fast ausschließlich Analogsynthesizer der späten 1960er virtuos einsetzt. Am Piano arbeitete er in den 1980er Jahren unter anderem in Ensembles, die von Gunter Hampel, George Russell und Keith Tippett geleitet wurden. Heute ist er als Pianist Mitglied verschiedener Ensembles für Neue Musik und war an Performances von Maria de Alvear und Manos Tsangaris beteiligt. Als Synthesizer-Spieler arbeitete er u. a. zusammen mit dem Multiple Joy(ce) Orchestra, Hannes Bauer, Martin Blume, John Butcher, Günter Christmann, Alexander Frangenheim, Wolfgang Fuchs, Mats Gustafsson, Gerry Hemingway, Erhard Hirt, Paul Lovens, Paul Lytton, Evan Parker, Radu Malfatti, Torsten Müller, Carl Ludwig Hübsch, Jon Rose, Keith Rowe, John Russell, Hans Schneider, Burkhard Stangl und Martin Theurer. Mit Tim Hodgkinson und Roger Turner bildet er seit mehr als zehn Jahren die Gruppe Konk Pack; mit Axel Dörner und Phil Minton ist er als Toot unterwegs.

 

 

RoKeT-XL:

Jan Klare - Saxophon 

Luc Ex - Bass

Onno Govaert – Schlagzeug

Julia Brüssel - Geige

Marta Warelis – Flügel

Jan Klare (*1961 in Hohenlimburg) ist seit Mitte der 80er Jahre als Saxofonist, Bandleader und Komponist unterwegs. Er lebte von 1987 bis 1990 lebte er in London. Dort trat er mit Dean Brodrick, Harry Beckett und Ricardo Santos auf und wirkte an verschiedenen Plattenproduktionen mit. Ab 1990 studierte er Saxophon an der Amsterdam School of Arts. Seither arbeitete er als Sideman von Musikern wie Conny Bauer, Dagmar Krause, Alfred Spirli, Anna Homler und FM Einheit, Bill Elgart, Han Buhrs, Michiel Braam, Luc Ex, Achim Kaufmann. Mit Frank Köllges und Hartmut Kracht bildete Klare Anfang der 2000er-Jahre die Gruppe Autofab, zur gleichen Zeit leitete er mit Peter Eisold die Gruppe Supernova. Aus der Konzertreihe 1000 Jahre Jazz entstand 2004 die Gruppe 1000 (mit Bart Maris, Wilbert de Joode und Michael Vatcher). The Dorf ist eine Bigband, die seit 2006 unter Klares Leitung in
wechselnder Besetzung im Dortmunder Jazzclub Domicil auftritt. Die Großformation erhielt 2013 den Jazzpreis Ruhr.

 

Luc Ex (* 1958), eigentlich Luc Klaasen, war von 1983 bis 2002 Bassist der niederländischen Anarcho-Punkband The Ex. 1996 startete er mit Tom Cora das Improvisationsensemble Roof mit Phil Minton und Michael Vatcher, aus dem sich nach dem Tod von Cora 4Walls mit Vatcher, Minton und Veryan Weston entwickelte. 2004 gründete er mit dem Sänger Mola Sylla, Xavier Charles, Andy Moore und Michael Vatcher Fables. Weiterhin spielte er im Regenorchester XII (u. a. mit Franz Hautzinger, Otomo Yoshihide, Tony Buck) sowie in der Formation Sol6 (mit Hannah Marshall, Ingrid Laubrock) und ab 2006 im Trio Speeq mit Hasse Poulsen und Mark Sanders. Er wirkte außerdem bei Aufnahmen von Sonic Youth mit und gehört mit Han Buhrs zu Rubatong. Mit Ab Baars, Hamid Drake und Ingrid Laubrock bildet er Luc Ex’ Assemblée.

Onno Govaert (* 1987, Kaatsheuvel, NL)NNO GOVAERT begann seine Karriere im Alter von 11 Jahren in einer Punk-Band. Während der Schulzeit war er besessen von der Jazzmusik und trat mit holländischen Jazzstars in Jazzclubs auf. Nach der Highschool zog Onno nach Amsterdam, wo er eine bemerkenswerte Art des Schlagzeugspiels entwickelte, die in Rezensionen als unkonventionell, verschlingend, spektakulär, bedrohlich und "als ob der Teufel hinter ihm her wäre" beschrieben wird. Er spielt in vielen Gruppen, die mit Free Jazz und Improvisation zu tun haben und mit denen er an prominenten Orten und auf Festivals in Holland, Belgien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Norwegen, Island, Polen, Slowenien, der Slowakei und den USA aufgetreten ist. Neben seinen festen Ensembles – Cactus Truck, Stadhouders/Goavert/deJoode, FeechoZu - spielt er mit einem breiten Spektrum kreativer Musiker wie Ab Baars, Wilbert de Joode, Terrie Ex, Andy Moor, Arthur Doyle, Dave Rempis, Frank Rosaly, Michael Moore, Michael Vatcher, Theo Loevendie, Trevor Dunn, Shazad Ismaily, Benoit Delbecq, Audrey Chen, Joost Buis, Tobias Klein und Lori Freedman.

 

Julia Brüssel (* 1993 in Köln) erhielt klassischen Geigenunterricht bei Gudrun Pagel und Sebastian Reimann. 2003 errang sie bei Jugend musiziert einen Ersten Preis in der Kategorie Solo-Violine. Von 2013 bis zum Bachelor 2018 studierte sie Jazz-Geige an der dortigen Musikhochschule bei Michael Gustorff sowie Roger Hanschel und Sebastian Gottschick. Brüssel ist hauptsächlich in den Bereichen Improvisation, elektronische Musik, Ambient, sowie Jazz und Weltmusik aktiv. Schon während ihres Studiums gehörte Brüssel zur Großformation The Dorf, mit der bis 2020 mehrere Alben entstanden. Im Quartett hilde trat sie 2020 beim Moers Festival auf. Sie spielte überregional in ihrem Julia Brüssel Quartett, im Duo mikuji mit Tim Abramczik sowie mit Cemîl Qoçgiriî & Avian Quartet.

 

 

Marta Warelis (* 1986) wuchs in Polen auf und zog mit 20 Jahren nach Breslau, wo sie in den Gruppen von Evija Vēbere und Mateusz Kołodziejczyk spielte. Dann studierte sie am Prins Claus Conservatorium in Groningen; seit 2014 lebt sie in Amsterdam. In der dortigen Jazz- und Improvisations-Szene arbeitete sie seitdem u. a. in einem Duo mit der Saxophonistin Ada Rave, einem Trio mit Wilbert de Joode und Onno Govaert, im Trio von Ab Baars, mit Xavier Pamploona sowie mit Yung-Tuan Ku, Miguel Petruccelli, Tristan Renfrow. 2017 legte sie mit der Streicherformation Strings5 (mit Raoul van der Weide, Jan Nijdam, Jacob Plooij, Henk Zwerver) das Album Lost in Labyrinth (Casco Records) vor. Mit Frank Rosaly, Aaron Lumley und John Dikeman entstand der Livemitschnitt Sunday at De Ruimte (2022). Im Duo mit Angelika Niescier spielte sie 2022 mehrere Konzerte in Deutschland.


 

2. festivaltag sa., 1. april '23, 19:30 uhr:

gemeindezentrum alte kirche

 

FreeJazzSaarOrchester meets Els Vandeweyer:

Els Vandeweyer – vibraphon 

 & Elodie Brochier– stimme, Claudia Hahn – flöte, Daniel Schmitz – trompete, Geoffroy Mueller – trompete, stimme, Christof Thewes – posaune, Michael Hupperts - posaune, tuba, Hartmut Oßwald – saxophon, Martin Schmiddi Schmidt – mandoline, Julien Blondel – cello,  Johannes Schmitz - gitarre, Stefan Scheib – contrabass, Ben Lehmann – contrabass, Pascal Zimmer – elektronik, Daniel Prätzlich – schlagzeug, Marius Buck- gongs, cymbals, sounds, Martial Frentzel - schlagzeug, Tom Lengert - ebass, Jan Östreich - contrabass

 

Els Vandeweyer (* 1982, Belgien) lernte, seit sie acht Jahre alt war, Vibraphon. Sie studierte zunächst klassische Musik in Antwerpen, bevor sie sich der Jazz- und Improvisationsmusik zuwandte. Sie studierte Jazz am Königlichen Konservatorium Brüssel (Abschluss 2008); in dieser Zeit hielt sie sich auch in Portugal, Norwegen und den Vereinigten Staaten auf. In Portugal war sie Mitbegründerin des Quintetts IMI Kollektief, für das sie komponierte und mit dem erste Aufnahmen entstanden. In Oslo besuchte sie ein Jahr als Austauschstudentin die Norges musikkhøgskole und arbeitete daneben mit Ingebrigt Håker Flaten und Paal Nilssen-Love. Es folgten auf Einladung von Ken Vandermark Auftritte in Chicago, wo sie auch mit Fred Lonberg-Holm, Kent Kessler, Tim Daisy und Jeff Parker spielte. Nach ihrer Rückkehr nach Europa zog sie nach Berlin, wo sie fortan in der dortigen Improvisationsszene arbeitete und sich dem Andromeda Mega Express Orchestra anschloss; sie war Mitbegründerin des Trios Tulip Trees, mit Almut Kühne und Brian Mitchell. 2013 erschien das Album Quat Live at Hasselt, an dem Fred Van Hove, Paul Lovens und Martin Blume mitwirkten. In der Gruppe Mimosa spielt sie mit Natalie Sandtorv und Rieko Okuda (mit der sie ebenfalls das Duo Metal Illusion bildete), in Spin Track mit Olaf Rupp und DJ Illvibe. Außerdem ist sie Mitglied in Pascal Niggenkempers Vision 7 und im Serenus Zeitblom Oktett.

 

 

FreeJazzSaar Orchester, first session, live im BuckBlech, 7. 3. 2020

 FreeJazzSaarOrchester recorded 02.10.2021 live at  the 6. FreeJazzFestival Saarbrücken:

 

Threnody:

Johan Berthling - Bass

Martin Küchen – Sax

Steve Noble – Drums

 

Der Bassist Johan Berthling (* 1973, Stockholm) studierte 1996–1998 an der Königlichen Musikhochschule Stockholm. Seitdem arbeitet er in der schwedischen und internationalen Jazz- und Improvisationsszene in verschiedenen Ensembles u. a. mit Mats Gustafsson, Sten Sandell, Raymond Strid, Paal Nilssen-Love, Akira Sakata, Fredrik Ljungkvist, El Perro del Mar, Jonas Kullhammar, Mette Rasmussen, Goran Kajfes, Oren Ambarchi, Martin Küchen, Steve Noble, Andreas Werliin, Tenniscoats, Bill Wells, Jim O’Rourke, Stina Nordenstam, Anna Ternheim und Titiyo und ist auf über 100 Tonträgern vertreten. Er ist aktiv in den Gruppen Fire!, Fire! Orchestra, Tape, Angles 9, Nacka Forum, LSB, Arashi und Goran Kajfes Subtropic Arkestra. Seit 1999 betreibt er (zusammen mit Klas Augustsson) das Plattenlabel Häpna.

 

 

Martin Küchen (* 1966 in Eskilstuna, Schweden) lernte ab dem Alter von neun Jahren Flöte und wechselte mit 14 Jahren zum Tenorsaxophon. Daneben sang er in einer Rockband. Nach einer zweijährigen Ausbildung an der Musikschule in Skurup war er bis 1993 als Straßenmusiker aktiv. Zwischen 1995 und 1997 arbeitete er als Zirkusmusiker in Europa. Dann war er in der schwedischen Improvisations- und Free-Jazz-Szene aktiv, u. a. im Trio Angles (mit Ingebrigt Håker Flaten und Kjell Nordeson), das später zu einem Nonett erweitert wurde (Angles 9). Ferner komponierte er für größere Ensembles, arbeitete mit Tanzprojekten, Lyrikern und spielte Musik für Experimentalfilme ein. Mit Bassist Per Zanussi und Schlagzeuger Raymond Strid bildete er das Trespass Trio. Zu seinen weiteren Projekten gehört das Quartett Exploding Customer (mit Tomas Hallonsten, Benjamin Quigley und Kjell Nordeson), das Trio Sound of Mucus (mit Herman Müntzing und Andreas Axelsson), das Trio Unsolicited Music Ensemble (mit Tony Wren und Raymond Strid), ein Duo mit David Stackenäs, die Formation UNSK (mit Birgit Ulher, Lise-Lott Norelius und Raymond Strid) und das Trio Looper (mit Nikos Veliotis und Ingar Zach). Küchen ist Mitglied des Fire! Orchestra von Mats Gustafsson.

 

Steve Noble (* 16. März 1960 in Streatley, Berkshire) war Schüler des nigerianischen Schlagzeugers Elkan Ogunde. In den frühen 1980er Jahren war er Mitglied der Gruppe Rip Rig & Panic. 1985 nahm er am Jazzfestival von Thessaloniki als Mitglied von Derek Baileys Band teil, mit der er auch in den Folgejahren zusammenarbeitete. Daneben war er auch in anderen Gruppen aktiv, u. a. in Tristan Honsingers Gruppe This, That and the Other, Hans Burgeners Ki Project, Tim Hills Pandaemonium Brass Band and Trio, im Hans Koch/Jacques Demierre Project und in Lol Coxhills Standard Conversions. Er arbeitet in Trio-Formationen mit Davey William und Oren Marshall bzw. Oren Marshal und Steve Buckley sowie And mit Derek Bailey and Pat Thomas. Mit Pat Thomas, John Edwards und John Telfer bildet er ein Quartett. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Gitarristen und Klarinettisten Alex Ward und mit dem Pianisten Alex Maguire und dem The Bow Gamelan Ensemble unter Paul Burwell.

 

 

Digital Primitives:

Assif Tsahar - Tenor Sax

Cooper Moore - Diddly-Bo, Mouth Bow, Fretless Banjo (s.o.)

Chad Taylor - Drums

 

Assif Tsahar (* 1969 in Tel Aviv) begann im Alter von vierzehn Jahren Gitarre zu spielen und wechselte siebzehnjährig zum Saxophon, später kam noch die Bassklarinette dazu. 1990 kam er nach New York, wo er bald zur musikalischen Szene um Cecil Taylor, Butch Morris, William Parker und Susie Ibarra gehörte. Mit Patricia Parker, der Frau von William Parker, gründete er das alternative Vision Festival, 1999 außerdem das Plattenlabel Hopscotch Records. Neben der Arbeit im Trio mit William Parker und Susie Ibarra bildete er ein Trio mit Peter Kowald und Rashied Ali. Daneben trat er in Gruppen von Cecil Taylor und Butch Morris auf und arbeitete u. a. mit Gunda Gottschalk, Umberto Petrin, Ken Vandermark und Kent Kessler. Auf einer Europatournee 2003 war er mit Mat Maneri und Jim Black zu hören.

 

 

 

Chad Taylor (* 1973 in Tempe, Arizona) ist ein US-amerikanischer Schlagzeuger und Bandleader im Bereich des Creative Jazz und improvisierter Musik. Taylor begann Anfang der 1990er Jahre in den Jazzszenen von New York und Chicago zu arbeiten. Er war mit Rob Mazurek and Jeff Parker Mitbegründer des Chicago Underground Orchestra, spielte bei Triptych Myth von Cooper-Moore und in Digital Primitives mit Assif Tsahar. Er gehörte Marc Ribots Spiritual Unity Projekt an, spielte außerdem mit Pharoah Sanders, Roscoe Mitchell, John Zorn, Evan Parker, Ellery Eskelin, Tony Malaby, Nicole Mitchell, Henry Grimes, Marc Ribot, Avram Fefer und Craig Taborn. 2008 legte Taylor sein Debütalbum Circle Down (482 Music) vor, das er im Trio mit dem Bassisten Chris Lightcap und der Pianistin Angelica Sanchez einspielte. Er lebt gegenwärtig in Jersey City, wo er mit seiner Band Circle Down auftritt.

 


epilog so., 2. april '23, 11:00 uhr:

gemeindezentrum alte kirche

 

JAM-SESSIONS mit Festivalmusikern

Workshopband-Abschlußkonzert